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12/10/2021

Entwicklung Ihrer Roadmap auf Basis von Objectives und Key Results

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Wie legen Sie in Ihrer Organisation fest, welche Entwicklungsschritte und Ausbaustufen Ihrer IT-Landschaft priorisiert werden? Wie entscheiden Sie über die Zuweisung von Ressourcen, wie etwa Budget oder Experten, zu Projekten? Eine großartige Möglichkeit hierzu bieten Objectives and Key Results (OKRs).

Zunächst einmal steht der Begriff OKR für Objectives and Key Results.

Kurz gesagt stellen OKRs eine großartige Möglichkeit dar, Initiativen, Projekte oder einzelne Entwicklungsschritte und Erweiterungen auf Basis der zu erwartenden Resultate zu priorisieren und so zu entscheiden, wo Ressourcen am besten zugeteilt werden. Auch kann so der Fortschritt im Vergleich zu den Zielen verfolgt werden.

Der Grundgedanke

Die Grundidee ist also, zunächst den gewünschten Effekt auf das eigene Business in einem kurzen, prägnanten Satz zu beschreiben und hierzu messbare Kriterien zu definieren. In einer Art internem Pitch können dann alle vorliegenden OKRs verglichen werden. So wird letztlich entschieden, welche Vorhaben einen Zuschlag für benötigte Ressourcen erhalten, weil man sich davon einen signifikanten Mehrwert für das Unternehmen verspricht. Die verbleibenden OKRs werden entweder auf eine “Kill List” aussortiert oder für später depriorisiert.

Oftmals sind wir so sehr in unserem täglichen Geschäft und/oder Projekten gefangen, dass wir kaum Zeit haben, den Überblick zu behalten, wo wir als Unternehmen stehen. Darüber hinaus sind interne Projektvorhaben nicht selten eher von politischen Überlegungen getrieben, als von dem rationalen Gedanken, welche nächsten Schritte dem Unternehmen voraussichtlich den größten Mehrwert bieten werden.

OKRs zwingen alle Beteiligten, sich mithilfe von zwei simplen Grundsatzfragen auf das Wesentliche zu konzentrieren:

1. Was wollen wir erreichen?
2. Anhand welcher Kennzahlen wollen wir das zu erwartende Resultat messen?

Diese Form der Bewertung von internen Vorhaben bietet so nicht nur ein Höchstmaß an Transparenz, es macht auch alle möglicherweise konkurrierenden Entwicklungsschritte anhand des erwarteten Effekts vergleichbar. OKRs bieten somit nicht zuletzt eine hervorragende Grundlage, um zu diskutieren, sich gegenseitig herauszufordern und gegebenenfalls Richtungen, Prioritäten und / oder Maßnahmen zu ändern.

Die Vorgehensweise

Hier sind einige Dinge, die Sie beim Erstellen eines OKR beachten sollten. Wie bereits beschrieben, besteht ein OKR aus einem Ziel, dem Objective sowie einiger zu erwartender Ergebnisse, den Key Results. Es ist zu empfehlen, mit nicht weniger als drei und nicht mehr als fünf Key Results zu arbeiten.

Zunächst sollten Sie sich ein kurzes, aber aktivierendes und inspirierendes Ziel einfallen lassen. Das Ziel beschreibt, wie Ihre Situation bzw. die Situation des Unternehmens oder des Bereichs aussehen wird, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. Wenn Sie an eine Reise denken, ist das Objetive also, Ihren Zielort zu erreichen.

Beispiel hierzu wäre also: “Ich werde mich in Paris befinden”. Der Satz ist kurz, prägnant und beschreibt den Zustand nach Erreichen des Ziels.

Die wichtigsten Ergebnisse, also die Key Results, beschreiben, wie Sie den Fortschritt bei diesem Ziel verfolgen möchten. Bei unserem Beispiel mit der Reise wäre dies zum Beispiel die Anzahl der Kilometer, die Sie nach Erreichen Ihres Ziels zurückgelegt haben. “840 km in Richtung 48° 51′ N , 2° 21′ O gereist” wäre also ein gut formuliertes Key Result. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass ein Ziel und ein Schlüsselergebnis nicht mit einer Maßnahme zum Erreichen des Ziels gleichgesetzt werden darf. Bei unserem Beispiel wären mögliche Maßnahmen, sich ein Auto zu mieten, ein Zugticket zu kaufen oder einen Flug zu buchen.

Verwechslungsgefahr: Ziel und Maßnahme

Noch häufiger ist die Verwechslung zwischen Ziel und Maßnahme anzutreffen. In unserem Anschauungsbeispiel ist das Ziel eben nicht, eine Auto- oder Zugfahrt nach Paris zu unternehmen, sondern in Paris zu sein. Die Maßnahmen beschreiben dann, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Wieso ist diese Unterscheidung so wichtig? Letztlich wollen wir bewerten, ob der letztlich erreichte Zustand dem Unternehmen oder dem Bereich tatsächlich einen (messbaren) Mehrwerte liefern würde, unabhängig davon, wie dieser letztlich erreicht wird. Die Beschreibung von Maßnahmen birgt immer das Risiko, dass der damit verbundene Aufwand in den Vordergrund gerückt wird und den eigentlichen Mehrwert untergräbt. Außerdem entsteht leicht der Eindruck, dass Maßnahmen zum Selbstzweck durchgeführt werden sollen, gewissermaßen eine Autofahrt des Autofahrens wegen, ohne klares erkennbares und nutzenstiftendes Ziel.

Nichts desto können letztlich Aktivitäten hinzufügt werden. Im ersten Schritt ist dies jedoch optional und nicht zwingend erforderlich. Diese geben erstmal lediglich einen Eindruck davon, was Sie bereit sind zu tun, um Ihr Ziel zu erreichen.

Der Pitch: OKR Workshop

Die finale Zuteilung von Ressourcen erfolgt, wie bereits erwähnt, in einem gemeinsamen Workshop, in dem alle OKRs vorgestellt und diskutiert werden. Es empfiehlt sich, diese an virtuellen oder physischen Whiteboards zu platzieren und anschließend einem von drei Boards zuzuteilen: Ein Board für die Zuschläge, ein Board für Zurückgestellte und eines für Abgelehnte.

Praktische Hinweise

Die wichtigsten Ergebnisse sollten ehrgeizig sein. Arbeiten Sie also mit Stretch-Zielen. Wenn Sie also glauben, 100 % erreichen zu können, sollten Sie Ihr Schlüsselergebnis auf 120 – 130 % setzen. Es geht nicht darum, unmenschlichen Druck auszuüben. Die Erfahrung zeigt aber, dass Stretch-Ziele in der Regel einen positiven Effekt auf die Zielerreichung haben.

Zuletzt einige weitere praktische Hinweise zum Erstellen von OKRs:

  • Ein gutes Ziel ist kurz, aber inspirierend
  • Drei bis fünf Schlüsselergebnisse werden empfohlen
  • Ergebnisse müssen messbar sein
  • Fügen Sie eine Beschreibung Ihres Ziels hinzu, um mehr Klarheit zu schaffen
  • Abschließend nochmals der Hinweis: Verwechseln Sie Ziele nicht mit Schlüsselergebnissen und Schlüsselergebnisse nicht mit Aktivitäten. Denken Sie daran: Das Ziel ist, wo Sie am Ende sein werden, das Hauptergebnis ist, wie Sie Ihren Fortschritt messen, Aktivitäten sind das, was Sie tun werden, um dorthin zu gelangen.

Patrick Graab

Marketing Lead DACH

  • Erfahrung in den Bereichen Business Case-Management, fachliche Konzeption, Anforderungsmanagement und Journey-Implementierung
  • Marketing-Enthusiast mit mehr als 18 Jahren Erfahrung
  • Mehrfach zertifizierter Salesforce Administrator, Consultant & Pardot Spezialist

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